1. JA zu Weiterentwicklung statt Stillstand

Die agrarpolitische Realität 2017:

  • Das Einkommen vieler Bergbauern und vieler Kleinbetriebe im Tal ist unbefriedigend tief.
  • Die Schweizer Landwirtschaft produziert intensiv und mit hohen Kosten. Noch nie in der Geschichte wurde so viel Milch produziert wie in den letzten Jahren. Die Kalorienproduktion bewegt sich trotz Kulturlandverlaust auf sehr hohem Niveau.
  • Der Netto-Selbstversorgungsgrad der Schweiz mit Lebensmitteln ist durch verbesserte Produktionstechnik, Zuchtfortschritt und hohe Intensität trotz Bevölkerungswachstum stabil.
  • Schweizer KonsumentInnen finanzieren den Grenzschutz für Schweizer AgrarErzeugnisse. Der Einkaufstourismus boomt.
  • Die Schweizer Landwirtschaft hat bei den Produktionskosten, der Konkurrenzfähigkeit auf internationalen Märkten, Umweltleistungen und beim Tierwohl weiterhin Handlungsbedarf.

Die Schweizerinnen und Schweizer schätzen die Arbeit der Schweizer Bäuerinnen und Bauern. Die Ergänzung des Verfassungsartikels ist ein weiterer Vertrauensbeweis an die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft. Ihre Rolle in der Ernährungssicherung wird bestätigt und auf höchster Ebene verankert. Das JA zur Verfassungsergänzung ist Basis zur positiven Weiterentwicklung der Land- und Ernährungswirtschaft: Ausbau von Stärken (u.a. Glaubwürdigkeit), Reduktion der Schwächen (u.a. Kosten der Produktion, Export) und Verbesserung der Einkommen und Leistungen (Umwelt, Tierwohl). Die Stützung der Agrarbranche verpflichtet dazu (siehe Kasten). Und es ist ein JA zur internationalen Verantwortung der Schweiz (Umsetzung der UNO-Nachhaltigkeitsziele, Handelsbeziehungen).

Geld für die Agrarbranche

Die gesamte Agrarstützung betrug 2016 rund 7‘600 Mio. Franken pro Jahr. Diese Summe umfasst die Transferzahlungen des Staates (u.a. rund 2800 Mio. Franken Direktzahlungen) sowie die Transferzahlungen der Konsumenten (Stützung durch Grenzschutz vor billigeren, importierten Lebensmitteln). Ohne Sömmerungsflächen in den Alpen umfasst die landwirtschaftliche Nutzfläche rund 1 Mio. Hektaren, verteilt auf gut 52‘000 Betriebe. Die Rechnung ist somit einfach: Jede Hektare kostet uns pro Jahr rund 7‘600 Franken. Jeder Betrieb wird mit rund 140‘000 Franken pro Jahr gestützt. Für einen durchschnittlichen Referenzbetrieb mit 22.6 Hektaren machen die Direktzahlungen rund 65‘000 Franken aus (BLW, Agrarbericht).